Sellerhausen und Stünz sind Stadtviertel, die von gründerzeitlicher Bebauung geprägt, Spuren ihrer dörflichen Vergangenheit im Stadtbild bewahren konnten. Sellerhausen wurde in der DDR-Zeit durch eine Siedlung in Blockstruktur entlang der Leonard-Frank-Straße erweitert. Eigenheimsiedlungen aus mehreren Bauperioden ergänzen das Bild.

Im direkten Wohn- und Arbeitsumfeld ist Ronald Pohle durch sein Engagement im BürgervereinGartenvereinen und den beiden Sportvereinen SV Ost und SV Tapfer bekannt.

Der Niedergang seines Heimatortsteils, eng verknüpft mit der Schließung des Felix-Klein-Gymnasiums und dem Verfall der Wurzner Straße, das Ende des traditionellen Stadtteilfestes mangels ansässiger Unterstützer im Jahre 2004 bewegten Ronald Pohle, nach Auswegen für den Stadtteil zu suchen. Bei Gesprächen am Rande der Landtagswahl reifte der Gedanke der Gründung eines Bürgervereins. Gemeinsam mit einigen Akteuren aus dem Wohngebiet wurde 2005 ein Stadtteilfest, mit der Maßgabe der Werbung für ein solches Vorhaben, organisiert. Dieses Bestreben hatte 2006 mit der Gründung des Bürgervereins Sellerhausen-Stünz, Erfolg.

In den zurückliegenden Jahren hat der Bürgerverein mit der Kirchgemeinde, dem Jugendclub, vielen Ehrenamtlichen, aber auch der ansässigen Wirtschaft eine Reihe von Projekten durchgeführt. Seien es die nun wieder stattfindenden Stadtteilfeste, die Sellerhäuser Gespräche, das Sellerhäuser Adventslicht oder die Verleihung des „Sellerhäusers“. Das bürgerschaftliche Engagement hat in Sellerhausen-Stünz zu einer erfolgreichen Vernetzung zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger geführt. Seit 2011 erkingt einmal im Jahr klssische Musik im Volkshain Stünz und macht darauf aufmerksam, dass der idyllische Stadtpark ein noch wenig erschlossenes Kleinod in der Leipziger Freizeitlandschaft ist. 2012 wird diese Veranstaltung erstmals den Auftakt des Kulturfestivals "Ostlichter" bilden. Neuestes Projekt des Bürgervereins ist der Sellerhäuser Kummerbriefkasten, der "wahrscheinlich größte mobile Postkasten der Welt". Die Bewohner werden durch ihn zu konstruktiver Kritik an ihrem Lebensumfeld eingeladen und zur Veränderung ermutigt.

Mit dem Jugendclub hat Ronald Pohle eine besondere Verbindung, phantasievolle Flug- und Fahrgeräte bauen und mit den Kindern und Jugendlichen im Wettstreit zum Erfolg führen, ist sein sympathisches Markenzeichen. Der Neubau eines Spielplatzes im Bereich des Jugendclubs gehört ebenfalls zu den Erfolgsgeschichten, die in gemeinsamer Arbeit angeschoben wurden. Mit großer Freude wurde in Sellerhausen der Neubau des kirchlichen Kindergartens aufgenommen. Die Besucherzahl zur Eröffnung war überwältigend und zeigte die Anteilnahme aller Generationen in Sellerhausen-Stünz.

Überhaupt versucht Ronald Pohle mit unkonventionellen Einfällen Lösungen zu organisieren. Die Postkartenaktion mit einer Weihnachtskarte wurde mit dem Rollenden Stammtisch an der Permoser Strasse durchgeführt. Ein besonderer Einfall war eine originale Verkehrsampel, die auf die gefährliche Situation an der Kreuzung aufmerksam machen sollte. Inzwischen ist das Problem gelöst. Nun gilt es, dafür zu sorgen dassn die wartenden fahrgäste der neuen LVB-Quartierslinie im wahrsten Sinne des Wortes nicht länger im Regen stehen bleiben.

Viele namhafte Unternehmen und Institutionen haben ihren Sitz in Sellerhausen. Mit einigen wie dem UFZ Umweltforschungszentrum, dem Deutschen Biomasseforschungszentrum DBFZ, dem Leipziger Arzneimittelwerk oder der Metro hat Ronald Pohle guten Kontakt. Besonders groß war deshalb die Freude, dass die Spitzenforschungseinrichtungen DBFZ und UFZ im Rahmen der Mitteldeutschen Initiative BioEconomy als Sieger aus dem Spitzenclusterwettbewerb hervorgingen. Auf dem Gelände des Helmholtz-Wissenschaftsparks befindet sich ein Museum, das von der Öffentlichkeit wenig wahrgenommen wird. Die Gedenkstätte für Zwangsarbeit, vorwiegend von ehrenamtlichen Helfern getragen, macht auf das Schicksal jener Menschen aufmerksam, die im Dritten Reich als Zwangsarbeiter ihrer Würde und Freiheit beraubt wurden.

Die vielen grünen Oasen laden zur Spiel und Sport förmlich ein. Mit den zahlreichen Kleingartenvereinen pflegt Ronald Pohle gute Kontakte. Ebenso liegt ihm die Unterstützung der ansässigen Sportvereine am Herzen. Beiden spendete er eine Torwand und beim SV Ost legte er selbst Hand bei der Beseitigung der Graffiti-Schmierereien an.

Natürlich hat Sellerhausen vielmehr besondere Dinge zu bieten. Die Bäckerei Plötz mit ihrem reichen Brot- und Kuchenangebot ist eine echte Institution. In der Gaststätte "Pfefferkiste" kann man sich´s nicht nur wohl, sondern auch die Bowlingkugel rollen lassen. Eine besondere Überraschung erwartet ahnungslose Besucher des Volkshains Stünz, wenn im Hof des Lanz-Bulldog Museums, das unverkennbare Motorengeräusch der Trakktorenveteranen erklingt. Sellerhausen-Stünz macht Lust auf mehr, die Leute sind herzlich und liebenswürdig.

 

 

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Stötteritz ist der höchstgelegene Stadtteil Leipzigs. Über fünfzehntausend Menschen leben in Stötteritz und seit Jahren entwickelt sich der im Stadtbezirk Südost gelegene, von der Öffentlichkeit eher wenig wahrgenommene Stadtteil sehr positiv.

Wie der Name vermuten lässt handelt es sich um eine Ortsgründung aus der wendischen Besiedlungszeit. Der alte Ortskern lag vermutlich dort, wo sich noch heute die Marienkirche befindet. Die schöne, helle Barockkirche bildet noch heute mit dem benachbarten Pfarrhaus das Zentrum der lebendigen evangelischen Kirchgemeinde. Bemerkenswert ist der ebenfalls barocke Kanzelaltar mit seinem wertvollen Tafelbild.

Bevor Stötteritz schon 1910 Teil der Stadt Leipzig wurde, war es wie alle um Leipzig liegenden Gemeinden landwirtschaftlich geprägt. Die größten Landwirtschaftsbetriebe waren das obere und das untere Rittergut. Erhalten geblieben und aufwändig saniert sind die Gebäude des Unteren Gutes.

In der Scheune des Rittergutes ist seit 1989 der Verein zur Wiedereingliederung psychosozial geschädigter Menschen tätig.

Überhaupt ist bürgerschaftliches Engagement in Stötteritz weit verbreitet. Ein aktiver Bürgerverein setzt sich für die stetige Verbesserung des Wohnumfeldes ein. Viele Kunst- und Kulturinteressierte haben Stötteritz für sich entdeckt. Davon zeugen die vielen Aktivitäten der „Stötteritzer Kulturrunde“.

Zu den Sehenswürdigkeiten Stötteritz gehört neben Rittergut und Kirche  die 1903 errichtete, sechs Meter hohe Pyramide aus eizeitlichen Gletschersteinen am Gustav-Schwabe-Platz.

Das Stötteritzer Wäldchen ist Ort der Ruhe und Erholung, mit dem Freibad und dem Stadion des SSV Südost aber auch sportlicher Aktivitäten. Empfehlenswert ist auch die von „Kuno“ und „Hasi“ betriebene zugehörige Sportlergaststätte.

 

Der im Südosten Leipzigs gelegene Ortsteil Holzhausen ist aufgrund des hohen Fernmeldeturmes von allen Seiten gut auszumachen. Holzhausen gehört, trotz gegenteiliger Bürgerbefragung, seit 1999 zur Stadt Leipzig. Im Dezember 2014 zählte der Ortsteil 6278 Einwohner.

In seiner heutigen Form entstand Holzhausen 1934, als sich die Gemeinden Zuckelhausen und Holzhausen zusammen schlossen. Die alten Ortskerne des einst wendischen Dorfes Zuckelhausen und des von Flamen gegründeten und im Jahre 1289 erstmals urkundlich erwähnten Dorfes Holzhausen lassen sich auch heute noch rund um die jeweiligen Kirchen gut nachzeichnen.

Wie viele Orte im Leipziger Umland wurden auch Holzhausen und Zuckelhausen von den Kämpfen der Völkerschlacht schwer gezeichnet. Ach ihren wirtschaftlichen Aufstieg verdankten die Orte, wie auch Engelsdorf und Mölkau dem Aufbau des Eisenbahnnetzes – in diesem Fall dem Bau der Bahnlinie Leipzig – Geithain – zur Zeit der industriellen Revolution.

Auch heute beheimatet Holzhausen eine ganze Reihe wirtschaftlich erfolgreicher, mittelständischer Unternehmen. Das gesellschaftliche Leben wird von aktiven Vereinen getragen. Der auf dem ehemaligen Berggut ansässige Heimatverein Holzhausen widmet sich der Pflege von Brauchtum und Kultur. Ohne den Orchester Holzhausen e.V. wären viele Höhepunkte im südöstlichen Leipzig kaum denkbar und der Columbus Junior e.V. betreibt das Kinder- und Jugendfreizeitzentrum, mehrere Sportvereine decken erfolgreich alle nennenswerten Breitensportarten ab und die Freiwillige Feuerwehr leistet einen verantwortungsvollen Dienst, der gerade durch eine endlich aufgeklärte Brandserie sehr gefragt war. Die evangelische Kirchgemeinde Holzhausen betreut die beiden kleinen Dorfkirchen Holzhausen und Zuckelhausen. Eine historische Besonderheit stellt das Sühnekreuz neben dem Eingang der Kirche Holzhausen dar. Es handelt sich dabei um das älteste Denkmal Leipzigs, auch wenn das genaue Alter und der Grund der Aufstellung bis heute unbekannt sind. Jüngst zugezogen ist sozusagen die Rumänisch-Orthodoxe Gemeinde Leipzigs, die den ehemaligen Gasthof „Zur Linde“ gegenwärtig zu einem Gemeindezentrum mit Kapelle umgestaltet.

Gastronomisch ist Holzhausen nach wie vor gut versorgt, ob italienisch im „Sole Mio“ oder gut bürgerlich im „Gasthof Holzhausen“. Daneben bieten sich zahlreiche weitere Möglichkeiten.

Den aktiven Ortschaftsrat beschäftigte dagegen schon häufig die Verbesserung der Nahversorgungslage für die Bewohner, aber auch die mangelnde Ausstattung mit den sogenannten Brauchtumsmitteln durch die Stadt Leipzig.

 

Mölkau gehört seit 1999 zur Stadt Leipzig. Am 31. Dezember 2014 lebten 5872 Einwohner im Ort.

Erstmals erwähnt wurde das einst wendische Dorf 1324, als es dem Leipziger Thomaskloster geschenkt wurde. 1934 wurde es mit dem benachbarten Zweinaundorf vereinigt, das sich heute lediglich in der Bezeichnung „Zweinaundorfer Straße“ wieder findet. Eingesessene Mölkauer wissen natürlich noch beide Ortslagen voneinander zu unterscheiden. Der historische, alte Dorfplatz lässt die einstige Anlage des landwirtschaftlich geprägten Runddorfes noch gut erkennen. Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts erfasste das an der Bahnstrecke von Leipzig nach Chemnitz gelegene Mölkau schnell und ließ wirtschaftliche Bedeutung, wie auch Einwohnerzahl sprunghaft ansteigen. Zwei große Gewerbegebiete bezeugen auch heute wieder von der Wirtschaftskraft des Stadtteils. Zahlreiche kleine und mittelständische Handwerks- und Industrieunternehmen haben sich dort angesiedelt.

Das „Stadtgut Mölkau“ mit dem angrenzenden Zweinaundorfer Gutspark genießt seit Generationen einen guten Ruf als Ausflugsziel der Leipziger. Hier im einstigen Gut Zweinaundorf feierten schon Robert Schumann und Clara Wieck ihre Hochzeit. Heute übrigens ist der Park deshalb Endpunkt eines "Leipziger Notenspur-Radweges". Nicht weniger bekannt ist der gegenüberliegende „Gasthof Zweinaundorf“. Viele Leipziger verbinden den Saal des Gasthofes mit ausgelassenen Stunden in den großen Zeiten des Beat-Club Leipzig. Ein Besuch lohnt sich auch heute wieder.

Ein weniger bekanntes, aber nicht weniger lohnendes Ausflugsziel stellt ohne Zweifel der historisch „Bergfriedhof“ dar.

Das Stadtteilleben Mölkaus wird auch vom ehrenamtlichen Engagement zahlreicher Vereine getragen. Erwähnt seien hier stellvertretend der Mölkauer Heimat- und Kulturverein, der Carneval-Club Mölkau, der Angel-Fischer-Verein 1990, aber auch die zahlreichen Sportvereine, Förder- und Kleingartenvereine und die Freiwillige Feuerwehr Mölkau.

Die evangelische Kirchgemeinde Baalsdorf-Mölkau gehört heute zum Kirchspiel Leipziger Osten, dessen Pfarrgebiet sich auch auf Paunsdorf, Sellerhausen-Stünz und Volkmarsdorf erstreckt. Eine Besonderheit der Mölkauer Kirche stellen die roten Sitzbänke dar. Wie die Bänke zu dieser Farbe kamen? Am besten lässt man es sich in der Kirche selbst erzählen.

 

Althen – Kleinpösna
Der Stadtteil Althen-Kleinpösna besteht seit der Eingemeindung Engelsdorfs nach Leipzig im Jahr 1999 und besteht aus den einstigen Dörfern Althen, Kleinpösna und Hirschfeld. 2013 lebten insgesamt 2093 Bewohner im Ortsteil.

Althen
Althen ist, wie die meisten Dörfer im Leipziger Umland ein altes Angerdorf, welches Jahrhunderte lang landwirtschaftlich geprägt war. In den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückte der kleine Ort erstmals 1836, als der erste Abschnitt der Leipzig-Dresdener-Ferneisenbahnlinie hier endete. Eine echte Vergrößerung erfuhr Althen nach 1990, als viele Leipziger im Ort ihren Wohnsitz im Grünen suchten. An die Eisenbahngeschichte, aber auch an die Geschehnisse rund um die Leipziger Völkerschlacht erinnert die Ausstellung in der Althener Heimatstube. Der das kleine Museum tragende Verein trägt auch erheblich zur Pflege von Tradition und Brauchtum im Ortsteil bei. Ebenfalls am Dorfanger gelegen, lädt der Gasthof Althen Einheimische und Besucher zu leckerer, traditioneller, deutscher Küche ein. Die kleine evangelische Kirche, ebenfalls am Anger, stammt aus dem dreizehnten Jahrhundert und wurde später barock umgestaltet. Außerhalb der Gottesdienstzeiten kann  sie nicht besichtigt werden.

Kleinpösna
Wie Althen, gehört auch Kleinpösna seit 1999 zur Stadt Leipzig. Der Ort hat sich weitgehend seinen dörflichen Charakter bewahrt. In den sechziger Jahren hatte das Straßenangerdorf gerade mal 260 Einwohner. Die schon zu Zeiten der DDR angelegten Einfamilienhaussiedlungen wuchsen nach 1990 noch erheblich, so dass das Dorf bis Ende der neunziger Jahre auf etwa 430 Einwohner wuchs.

Erstmals erwähnt wurde die einst wendische Siedlung schon 1295 in einem Inventar des Hochstifts Merseburg. 1973 endete die kommunale Eigenständigkeit Kleinpösnas mit der Zusammenlegung mit dem nahe gelegenen Dorf Hirschfeld. Die kleine evangelische Marienkirche wurde anstelle eines Vorgängerbaus 1852 im neugotischen Stil erbaut. Die Gemeinde steht im Schwesterkirchverhältnis zur Kirche Großpösna.

Die durch den Bau der Autobahn A14 am Ortsrand entstandene, noch in Betrieb befindliche Kiesgrube ist heute ein beliebtes, wenn  auch inoffizielles Bade- und Ausflugsziel.

Hirschfeld
Die kleinste Ortschaft des Stadtteils Althen-Kleinpösna ist Hirschfeld. Jahrhundertelang schwankte die Einwohnerzahl um die Einhundert und das ist bis heute so geblieben. Was ein Straßenangerdorf ist, kann man sich hier exemplarisch ansehen. Die zum Ort gehörigen, schmucken Höfe scharen sich um die einzige, die Hersvelder Straße. Knapp siebenhundert Jahre wie Hirschfeld selbst ist auch die kleine, im Stile der Spätromanik errichtete evangelische Dorfkirsche, die auch die einzige öffentliche Einrichtung des Örtchens ist. Hirschfeld wird sichtbar vom umliegenden Kiesabbau und der daraus entstehenden Seenlandschaft geprägt.

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