Ronald Pohle,  Abgeordneter des Sächsischen Landtages und Kreisvorsitzender der MIT Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU Leipzig, zeigt sich entsetzt über die Gesprächskultur in seiner Partei. "Ich hatte eigentlich nicht vor, mich öffentlich und zur Unzeit zu parteiinternen Fragen, wie dem besten Zeitpunkt zur Neuwahl des Kreisvorstandes, zu äußern. Nachdem aber die aberwitzigsten Diskussionen via Zeitung ausgetragen werden und diejenigen, die die Wahlniederlage in Leipzig hauptsächlich zu verantworten haben, meinen, weiterhin die Meinungsführerschaft für sich reklamieren zu können, sehe ich keine andere Möglichkeit.", so der Vorsitzende des Ortsverbandes Leipzig Ost. Die völlig aus der Luft gegriffene Debatte um die Zukunft des Wirtschaftsbürgermeisters Uwe Albrecht und dessen Ressort zeige, dass die Erosion des Kreisvorstandes weiter fortgeschritten ist, als bisher angenommen. Offenbar genießt der Kreisvorstand keinerlei Akzeptanz und Respekt mehr, denn sonst wäre es kaum möglich, dass er unangefochten als Deckmantel schlecht versteckter Partikularinteressen missbraucht wird. Es müsse doch hinterfragt werden, wer und durch wen ermächtigt, Sondierungen über die Struktur der Leipziger Stadtverwaltung führe. Ronald Pohle kann sich an einen solchen Auftrag aus dem Kreisvorstand jedenfalls nicht erinnern, nicht einmal an eine Debatte darüber. Offenbar schrecken einige Interessengruppierungen weder davor zurück, das Ansehen der Partei zu schädigen, noch das Ansehen des Wirtschaftsstandortes Leipzig. "Vielleicht wird ja demnächst jemand im Namen des Kreisvorstandes dahingehende Sondierungen aufnehmen, ob man die Kämmerei dem Kulturressort zuordnen könne. Dort werde ja sowieso das meiste Geld ausgegeben; man sei ein Stück Verantwortung los und man habe dann auch wieder einen hervorragenden Kopf für andere Aufgaben frei," so Ronald Pohle.

Das Argument derer, die meinen eine Neuwahl müsse "aufgrund der katastrophalen Außenwirkung" verschoben werden, könnten dies wohl nicht in vollem Ernst meinen. Schlimmer als derzeit könne die Außenwirkung der CDU-Leipzig nun wirklich nicht mehr sein.

Leipzig, 01.03.2013