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Herr Pohle, Sie sind kein Berufspolitiker. Sie waren jahrelang selbständiger Unternehmer im Bauelementebereich. Wie ist die Umstellung von der Praxis in die Politik gelungen?

Ich sehe meine Arbeit pragmatisch und gehe ergebnisorientiert an die Lösung von Aufgaben. Da ich als Seiteneinsteiger und Spätberufener in die aktive Politik gekommen bin, werde ich die Praxis nicht vernachlässigen. Die Bodenständigkeit eines ehrbaren Handwerkers ist die Grundlage meiner politischen Arbeit. Mir ist es wichtig Themen aufzunehmen und diese in die politische Arbeit einfließen zu lassen. Dazu gehört die permanente Präsenz im Wahlkreis, sowie die Teilnahme an Veranstaltungen zu meinen Arbeitsschwerpunkten. Die Arbeit in den Ausschüssen Verfassung/Recht/Europa und Wirtschaft/Arbeit/Verkehr bedingt einander und passen hervorragend zu meiner Funktion als Handwerkspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion.

Die schwarz-gelbe Koalition hat sich auf die Fahnen geschrieben, den Mittelstand zu stärken. Gelingt dies bisher?

Diese Frage ist ehrlich noch nicht  endgültig zu  beantworten. Die Absicht ist zumindest im Koalitionsvertrag nachzulesen. Eine Reihe von festen Zusagen lassen den Willen der Koalition für eine weitere Stärkung der Wirtschaft, insbesondere aber des Mittelstands und des Handwerks, erkennen. Viele Aussagen von Fraktionskollegen und Kollegen der FDP geben mir große Hoffnung auf eine starke Allianz für den sächsischen Mittelstand.

Welche Schwerpunkte möchten Sie in punkto Handwerkspolitik setzen? Wie könnte man die Interessenvertretung über den Sächsischen Handwerkstag verbessern?

Grundsätzlich möchte ich die Schwerpunkte in einer wirklichen Interessenvertretung des Sächsischen Handwerks setzen. Das setzt allerdings voraus, dass ich von Seiten der Kammern und Innungen über deren Probleme und Forderungen informiert werde.
Nach meiner Wahrnehmung hat der SHT bislang eine optimale Interessenvertretung im Landtag geleistet. Die Forderungen des Dachverbandes anlässlich der Landtags- und Bundestagswahlen sind mir bekannt und werden in meine Arbeit einbezogen.
Die Schaffung eines Handwerkspolitischen Sprechers der CDU-Fraktion ist allerdings auch ein Signal und sollte damit für eine weitere Verbesserung der Zusammenarbeit sorgen.

Eine neue Initiative ist der sogenannte „Innovationsgutschein“. Dieser soll speziell kleinen Betrieben helfen, in Forschung und Entwicklung aktiv zu werden. Wann wird das Vorhaben umgesetzt sein?

Die Vorlage wurde am 21.Januar im sächsischen Landtag beschlossen. Im Beschluss steht auch, dass das Programm spätestens im Juli starten soll.

Wie stehen Sie zu der Imagekampagne des Handwerks, die seit Januar läuft?

Ich bin begeistert und unterstütze die Kampagne mit aller Kraft. Das Handwerk, die Betriebsinhaber und unsere Mitarbeiter hat diese Kampagne verdient und wird von dem Selbstbewusstsein profitieren! Meine Fraktion wurde von mir auf die Aktion hingewiesen und einige Kolleginnen und Kollegen haben bereits Werbematerial von mir erhalten. Ich selbst habe mein Fahrzeug mit den Aufklebern bestückt und damit ist die Kampagne nicht nur in meinem Wahlkreis, sondern auch in Dresden sichtbar.

Interview durch Olaf Blümel